07.09.2026

Andreas Schwarz unterwegs mit dem Geopark-Team in Gutenberg-Lenningen

Drei Stunden nahm sich Andreas Schwarz MdL, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, am 7. September im Rahmen seiner Sommertour durch den Wahlkreis Esslingen Zeit, um den UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb und seine Arbeit vor Ort kennenzulernen. Gemeinsam mit dem vollständigen Geopark-Team ging es zu drei besonderen Geotopen rund um Lenningen-Gutenberg. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die geologischen Besonderheiten, sondern vor allem die Frage, wie Naturerbe geschützt, Wissen vermittelt und die Region nachhaltig entwickelt werden kann.

Die Exkursion begann an der Gutenberger Höhle. Dr. Marius Schünke führte die Gruppe in der Rolle des Höhlenforschers und Pfarrers Karl Gußmann durch einen Teil der Höhle und erinnerte an ihre Entdeckung im Jahr 1889 durch Gußmann sowie dem von ihm gegründeten ersten schwäbischen Höhlenverein. Die Gutenberger Höhle ist eine Karsthöhle mit Tropfsteinschmuck und rund 200 Metern Gesamtlänge. Die Gutenberger Höhle ist eine Karsthöhle mit besonders schönem Tropfsteinschmuck und rund 200 Metern Gesamtlänge. Besonders bedeutend sind die fossilen Funde aus der ersten Halle: Unter den zahlreichen Skelettresten wurden Knochenreste des Berberaffen und des Alpenwolfs gefunden. 

Von der unterirdischen Welt ging es anschließend zur Binsenlache im Hasental. Auf den ersten Blick wirkt das Feuchtgebiet unscheinbar. Umso spannender ist seine Entstehung: Die Binsenlache liegt in einem Trockental der Karstlandschaft, in dem Regenwasser normalerweise rasch im Untergrund verschwindet. Hier jedoch sorgen vulkanische Ablagerungen dafür, dass sich Wasser an der Oberfläche stauen kann. Die Region rund um Lenningen gehört zu den Bereichen der Schwäbischen Alb mit besonders vielen Spuren des Vulkanismus vor rund 15 Millionen Jahren.

Zum Abschluss führte der Weg zu der Sintertreppe der Weißen Lauter in Gutenberg. Sinter entsteht, wenn sich aus kalkreichem Wasser Calciumcarbonat abscheidet. Die Terrassen sind damit ein anschauliches Beispiel dafür, wie Wasser die Landschaft nicht nur durch Erosion verändert, sondern auch heute noch neue geologische Strukturen entstehen lässt.

Geotopschutz beginnt mit Wissen

Die drei Stationen zeigten zugleich, vor welcher Aufgabe der Geotopschutz steht: Geotope müssen erkannt, dokumentiert und in ihrer Bedeutung bewertet werden, damit entschieden werden kann, welcher Schutz jeweils erforderlich ist. Denn werden Zeugnisse der Erdgeschichte zerstört, geht das darin gespeicherte Wissen unwiederbringlich verloren.

Ein wichtiges Instrument des Geoparks ist deshalb das Geotopkataster, das derzeit für das Gebiet des UNESCO Global Geoparks aktualisiert wird. Geopark-Geschäftsführerin Iris Bohnacker erläuterte, dass dabei nicht nur die Lage besonderer Geotope erfasst wird. Auch ihr Zustand, ihr Schutzstatus und die Frage, ob weiterer Schutz erforderlich ist, spielen eine wichtige Rolle. Der Geopark kann selbst keine Schutzgebiete ausweisen, aber schützenswerte Geotope erkennen, dokumentieren und entsprechende Hinweise an die zuständigen Stellen weitergeben. Das Kataster ist zugleich eine wichtige Wissensbasis für die weitere Arbeit: Welche Orte eignen sich für Exkursionen? Wo kann Wissen vermittelt werden? Und wo ist besondere Vorsicht geboten?

Dieses Wissen ist auch für Bauleitplanung und Raumordnung relevant. MdL Andreas Schwarz betonte, dass besondere Orte frühzeitig bekannt sein müssen, um Schutz und Nutzung zusammenzudenken. Iris Bohnacker ergänzte, dass nicht jedes Geotop die gleichen Schutzmaßnahmen benötige. Allerdings sei bei besonders wertvollen oder empfindlichen Geotopen auch ein strengerer Schutz nötig. „Dazu gehört auch, sensible Orte bewusst nicht als Geopoint auszuweisen oder öffentlich zu bewerben, wenn zusätzliche Aufmerksamkeit ihnen mehr schaden als nutzen würde," so Bohnacker.

Schutz durch Bildung und Verantwortung für die Region

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Vermittlung. Der UNESCO Global Geopark setzt dabei auf Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Mit seinen 13 Geopark-Schulen vermittelt er Kindern und Jugendlichen Wissen über die Entstehung der Landschaft und die Zusammenhänge zwischen Erdgeschichte, Natur und menschlicher Nutzung.

Neben dem Schutz der Geotope ging es bei der Exkursion auch um die Entwicklung der Region. Harald Röhner, Ortsvorsteher von Gutenberg, brachte die Perspektive der Gemeinde ein. Die Schwäbische Alb ist ein attraktives Ziel für Besucherinnen und Besucher, gleichzeitig stehen kleinere Orte vor großen Herausforderungen. „Dass wir heute keinen Gasthof mehr im Ort haben, zeigt, wie wichtig es ist, Naturerlebnis und regionale Entwicklung gemeinsam zu denken“, so Röhner.

Ulrich Ruckh, Vorsitzender des UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb, dankte Andreas Schwarz und seinem Team für den offenen und zugewandten Austausch. Gerade der direkte Dialog zwischen Politik, Kommunen, Fachbehörden und Geopark sei wichtig, um die besonderen Zeugnisse der Erdgeschichte langfristig zu bewahren und zugleich verantwortungsvoll erlebbar zu machen.

Andreas Schwarz zeigte sich beeindruckt von den Einblicken in die Arbeit des Geoparks: „Die Schwäbische Alb ist eine tolle Heimat und Region, in der man unheimlich viel entdecken kann. Die Höhlen laden zu einem Besuch ein und dazu, sie zu erforschen. Ein dickes Dankeschön an das Team vom Geopark für diesen tollen Termin.“

INFO Andres Schwarz ist Fraktionsvorsitzender der Grünen Landtagsfraktion in Stuttgart.

  • ASchwarz News 1
    Auf dem Vorplatz, dem sogenannten Heppenloch der Gutenberghöhle, versammelte sich die Gruppe zum Auftakt der Sommertour mit MdL Andreas Schwarz. Von links: Dagmar Putz, Ulrich Ruckh, Harald Röhner, Andreas Schwarz, Dr. Marius Schünke alias Karl Gußmann, Iris Bohnacker, Teresa Mangold und Frederic Blau.
  • ASchwarz News 3
    Ein besonderer Ort im Geopark: Die Gutenberger Höhle ist einer von derzeit 41 Geopoints im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb. Geopoints machen besondere geologische, landschaftliche oder kulturgeschichtliche Orte erlebbar und vermitteln Wissenswertes über ihre Entstehung und Bedeutung.
  • ASchwarz News 2
    Blick in die Erdgeschichte: Die Gutenberger Höhle zählt zu den schönsten Tropfsteinhöhlen der Schwäbischen Alb. Als der Schwäbische Höhlenverein die Höhle 1889 unter der Leitung von Pfarrer Karl Gußmann entdeckte, stießen die Ausgräber im Eingangsbereich, dem „Heppenloch“, auf eine massive Kalk-Sinter-Schale beziehungsweise Sinterwand.
  • ASchwarz News 4
    Am Geopoint-Schild an der Binsenlache im Hasental erklärt Iris Bohnacker Andreas Schwarz, wie er der Geopark-Botschafterin Moni per QR-Code eine Frage stellen kann – die sie auch beantwortet (bzw. ein Geopark-Teammitglied).
  • ASchwarz News 5
    An der Binsenlache im Hasental versammelte sich die Gruppe für ein gemeinsames Abschlussfoto, bevor es noch weiter zur Sintertreppe in Lenningen ging. Die Region rund um Lenningen gehört zu den Bereichen der Schwäbischen Alb mit besonders vielen Zeugnissen des Vulkanismus vor rund 15 Millionen Jahren.