Was ist Karst?

Den Kalksteinen im Untergrund und ihrem charakteristische Lösungsverhalten verdanken wir die Landschaft der Schwäbischen Alb, wie wir sie heute kennen. Kalk wird von leicht saurem Regenwasser gelöst und abtransportiert, so entstehen typische Lösungsformen und Phänomene, die zusammenfassend als Verkarstung bezeichnet werden. Dazu gehören große unterirdische Höhlensysteme, landschaftsprägende Trockentäler und Dolinen, aber auch kleinere oberflächliche Lösungsformen, wie die sogenannten Karren (siehe „Karstformen“).

Damit Karst entsteht müssen mehrere Faktoren zusammenkommen: Lösliches Gestein im Untergrund (Kalkstein oder Gips), genügend Niederschlag und die Existenz eines Gefälles und eines tieferliegenden Gewässers (Vorfluter).

All das ist auf der Schwäbischen Alb gegeben: löslicher Kalkstein aus der Jurazeit mit zahlreichen Klüften und Spalten, genügend Regen und als Mittelgebirge auch ein relevanter Höhenunterschied zu den Flusssystemen von Donau und Rhein.

Oberirdische Gewässer wie Flüsse oder Bäche sind in Karstlandschaften selten, da Niederschlag sehr schnell durch Ritzen und Spalten im Untergrund versickert. Dort sammelt sich das Wasser, bildet Bäche und Ströme in Höhlensystemen und tritt an Karstquellen wieder ans Tageslicht. Diese Karstquellen haben oft ein großes Einzugsgebiet. Der Blautopf in Blaubeuren entwässert 160 Quadratkilometer der Albhochfläche. (siehe „Weg des Wassers“)

Karstgebiete sind auch deshalb meist karg und trocken, da die Bedeckung durch Boden sehr gering ist und so Wasser dort nicht lange gespeichert werden kann. Das bringt typische Lebensräume mit hoher Biodiversität hervor. Diese flachgründigen Böden bringen jedoch ein weiteres Problem mit sich: Versickert das Wasser schnell durch die wenigen Zentimeter Erde, kann es kaum durch die natürliche Filterwirkung gereinigt werden.

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  • DolineAulochHuelben ReinerEnkelmann
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