Sonne zum Start des 14. Geoparkfests auf Burg Katzenstein
Das Wetter hätte kaum gegensätzlicher sein können: Während die Ausstellerinnen und Aussteller am Sonntagmorgen bei kühlen Temperaturen und Regen ihre Stände aufbauten, zeigte sich pünktlich zur Eröffnung des 14. Geoparkfests des UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb die Sonne. Um 11 Uhr eröffnete Geschäftsführerin Iris Bohnacker die Veranstaltung auf Burg Katzenstein.
„Das Geoparkfest macht sichtbar, wofür der UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb steht: für das Bewahren unseres geologischen Erbes, für Bildung und für die Menschen, die diese einzigartige Landschaft mit Leben füllen. Mein herzlicher Dank gilt allen Partnern, Ehrenamtlichen und Ausstellenden, die sich vom Regen am Morgen nicht haben entmutigen lassen und diesen Tag mit großem Engagement möglich gemacht haben“, sagte Iris Bohnacker.
Unter dem Motto „Steine erzählen Geschichten“ verband das 14. Geoparkfest auf eindrucksvolle Weise Erdgeschichte und Mittelalter. Die älteste erhaltene Stauferburg Süddeutschlands bot dafür den passenden Rahmen: Geopark-Infostellen sowie Partner des Geoparks luden mit Mitmachaktionen, Experimenten, Führungen und Informationsständen dazu ein, die geologischen und kulturhistorischen Besonderheiten der Region zu entdecken. Ob Fossilienbestimmung, Gesteinskunde oder Wissenswertes über Karst und Wasser – an den zahlreichen Stationen konnten große und kleine Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden. Trotz des wechselhaften Wetters nutzten Familien, Geologieinteressierte und Ausflügler die trockenen Stunden, um die vielfältigen Angebote zu erkunden, mit den Ausstellenden ins Gespräch zu kommen und an einer Führung über die Burg teilzunehmen.
Grußworte mit regionalem Bezug
Zum Auftakt seiner Ansprache nahm Dischingens Bürgermeister Dirk Schabel die Gäste mit auf einen augenzwinkernden Ausflug in die Geschichte des Härtsfelds. Er zitierte zunächst aus einer Oberamtsbeschreibung von 1872, die das raue Klima der Region erwähnt, und erinnerte anschließend an einen früher weit verbreiteten Spruch: „Wer Mutter und Vater nicht ehrt, den schickt man aufs Härtsfeld.“ Mit einem Schmunzeln fügte er hinzu: „Ich hoffe natürlich, dass Sie heute alle freiwillig zu uns gekommen sind und niemand diesem Spruch Folge leisten musste.“ Anschließend lenkte Schabel den Blick auf die geologischen Besonderheiten der Region. Das Härtsfeld sei eng mit der Karstlandschaft und den Wegen des Wassers verbunden. Nur wenige Kilometer südlich der Burg befinde sich das Egauwasserwerk Dischingen mit der Buchbrunnenquelle, die täglich rund 400.000 Menschen in Baden-Württemberg mit Trinkwasser versorge. Im Egauwasserwerk bei Dischingen wird Quellwasser der Buchbrunnenquelle zu hochwertigem Trinkwasser aufbereitet, wovon sich die Gäste am Stand überzeugen konnten.
Landrat Peter Polta schlug in seiner Ansprache die Brücke von den Heimattagen Baden-Württemberg 2024 im Landkreis Heidenheim zum Geoparkfest. So wie die diese eine Chance seien, eine Region sichtbar zu machen, gelte dies auch für das Geoparkfest. Es mache die landschaftlichen, geologischen und kulturellen Besonderheiten des Landkreises Heidenheim und des UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb für Einheimische und Gäste gleichermaßen erlebbar. Burg Katzenstein bezeichnete Polta als das „Herz des Härtsfelds“ und als „kulturhistorischen Leuchtturm, der auch über die Landkreisgrenzen hinaus strahlt“.
Der Vorsitzende des UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb, Ulrich Ruckh, räumte in seinem Grußwort ein, dass der Geopark vor vielen Herausforderungen stehe. „Aber das lassen wir heute sein – wir sind heute beim Feiern.“ Stattdessen rückte er das Verbindende in den Mittelpunkt und knüpfte an das Motto des Festes an: „Hier treffen wir genau das: Steine und Kulturgeschichte. Das sind unter anderem die vielen Themen, die den UNESCO Global Geopark ausmachen.“ Sein Dank galt Bürgermeister Dirk Schabel, der Gastgeberfamilie Walter sowie den zahlreichen Partnern und Ehrenamtlichen, die das Geoparkfest Jahr für Jahr mit ihrem Engagement ermöglichen. Den Besucherinnen und Besuchern wünschte er einen „wunderbaren, erkenntnisreichen Tag“ und viele neue Eindrücke aus dem Geopark.
Seit 2011 findet das Geoparkfest jährlich an wechselnden Geopark-Infostellen statt und macht die Erdgeschichte der Schwäbischen Alb auf anschauliche und unterhaltsame Weise erlebbar.
Ein besonderer Dank galt der Gastgeberfamilie Walter, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum auf Burg Katzenstein feiert. Mit großem Engagement hat sie die älteste erhaltene Stauferburg Süddeutschlands in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem beliebten Ausflugsziel und einer bedeutenden Geopark-Infostelle entwickelt. Damit bot Burg Katzenstein einen ebenso geschichtsträchtigen wie stimmungsvollen Rahmen für das 14. Geoparkfest des UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb.