Barrieren erkennen, Zugänge schaffen: Fortbildung für Landschaftsführer im Ermstal
Wie können Landschaftsführungen so gestaltet werden, dass möglichst viele Menschen daran teilhaben? Dieser Frage widmete sich eine Fortbildung für Landschaftsführerinnen und Landschaftsführer am 25. April 2026 in den Räumen der Offenen Hilfen Ermstal in Dettingen. Initiiert vom UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb und in Kooperation mit der BruderhausDiakonie durchgeführt, stand das Thema „Barrierefreiheit in Landschaftsführungen“ im Mittelpunkt.
Ziel der Fortbildung war es, für unterschiedliche Formen von Barrieren zu sensibilisieren und konkrete Ansätze für mehr Zugänglichkeit in Landschaftsführungen zu entwickeln. Zwölf Teilnehmende nutzten die Gelegenheit zum intensiven Austausch – sowohl untereinander als auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Zielgruppe.
Ein besonderer Mehrwert entstand durch die Beteiligung der sogenannten „Action Checker“, einer Gruppe von Menschen mit Behinderung, die Freizeitangebote auf ihre Barrierefreiheit testen. Gemeinsam mit dem Team der BruderhausDiakonie brachten sie ihre Perspektiven direkt in die Fortbildung ein und machten Barrieren im Alltag anschaulich erfahrbar.
Austausch und Perspektivwechsel
Bereits der Einstieg in den Tag war praxisnah gestaltet: Mit Methoden wie dem Kennenlern-Bingo oder dem „Pasta-Pizza-Spiel“ lernten sich die Teilnehmenden nicht nur kennen, sondern erhielten zugleich Anregungen für die eigene Arbeit mit Gruppen.
Im weiteren Verlauf wurde deutlich, wie vielfältig Barrieren sein können. In einer gemeinsamen Sammlung wurden unter anderem bauliche Hindernisse wie unebene Wege oder fehlende Rampen, aber auch sprachliche und organisatorische Hürden benannt. In anschließenden Arbeitsphasen setzten sich die Teilnehmenden vertieft mit physischen und sprachlichen Barrieren auseinander und wechselten im Tagesverlauf die Perspektiven.
Praxisnah, vernetzt und zukunftsorientiert
Besonders eindrücklich war der praktische Teil: Die Teilnehmenden konnten selbst ausprobieren, wie es sich anfühlt, im Rollstuhl unterwegs zu sein oder mit einem Blindenstock zu gehen. Diese Erfahrungen schärften den Blick für scheinbar kleine Hindernisse mit großer Wirkung.
Auch sprachliche Zugänglichkeit wurde thematisiert. Das Thema „Leichte Sprache“ wurde dabei angerissen und gemeinsam diskutiert, wo und wie sie in Landschaftsführungen sinnvoll eingesetzt werden kann.
Die Fortbildung war zugleich Teil des EU-geförderten Interreg-Projekts „Danube GeoTour Plus“, in dem die BruderhausDiakonie als Partner des Geoparks mitwirkt. Ziel ist unter anderem eine inklusive und nachhaltige Weiterentwicklung der Region.
Den Abschluss bildete eine gemeinsame Feedbackrunde. Dabei wurde der Wunsch nach weiteren Fortbildungen deutlich – ein Zeichen für die hohe Relevanz des Themas in der praktischen Vermittlungsarbeit.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Teresa Mangold (UNESCO Geopark) sowie Reiner Fritz und Anna Mickeleit von der BruderhausDiakonie. Sie führten gemeinsam durch das Programm und sorgten für eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis.
INFO: Was ist Leichte Sprache?
Leichte Sprache ist eine stark vereinfachte Form des Deutschen. Sie richtet sich vor allem an Menschen mit Lern- oder Leseschwierigkeiten und folgt festen Regeln.
Wichtige Grundsätze
- kurze, klare Sätze (eine Aussage pro Satz)
- einfache, bekannte Wörter
- schwierige Begriffe werden erklärt
- klare Gliederung und Absätze
- Prüfung durch die Zielgruppe
Leichte Sprache hilft, Informationen verständlicher zu machen – und ist damit ein wichtiger Baustein für mehr Barrierefreiheit.