04.03.2026

UNESCO Global Geoparks im Deutschen Bundestag

Im Vorfeld der ITB Berlin kamen im Deutschen Bundestag Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und dem internationalen Geopark-Netzwerk zusammen, um über die Rolle der UNESCO Global Geoparks für nachhaltige Regionalentwicklung und verantwortungsvollen Tourismus zu diskutieren. Auch der UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb war vertreten.

Am 2. März luden Stefan Zierke, MdB, Sprecher der Arbeitsgruppe Tourismus der SPD-Bundestagsfraktion, und Christoph Schmid, MdB, Mitglied der Arbeitsgruppe Tourismus, zu einer Diskussionsveranstaltung ins Paul-Löbe-Haus in Berlin ein. Unter dem Titel „Globales Erbe – Lokales Handeln – Gemeinsame Verantwortung“ stand die Bedeutung der UNESCO Global Geoparks für nachhaltige Entwicklung, Wissenschaft, Bildung und internationalen Tourismus im Mittelpunkt. Der Termin fand im Kontext mit der Präsenz der UNESCO Global Geoparks auf der internationalen Tourismusfachmesse ITB Berlin statt.

Internationale Perspektiven aus dem Geopark-Netzwerk

An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter aller acht deutschen UNESCO Global Geoparks teil, darunter auch der UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb, vertreten durch Iris Bohnacker. Zudem waren internationale Gäste aus dem weltweiten Geopark-Netzwerk anwesend, darunter Artur Sá, Präsident des Global Geoparks Network, und Nickolas Zouros, Generalsekretär des Executive Board des Global Geoparks Network, sowie Vertreterinnen und Vertreter von Geoparks aus Portugal, Österreich und Finnland. In der Diskussion beantworteten sie Fragen von Bundestagsabgeordneten aus allen demokratischen Parteien.

Einzigartiger Ansatz der UNESCO Global Geoparks

Artur Sá, Präsident des Global Geoparks Network, betonte die besondere Stellung der UNESCO Global Geoparks innerhalb der UNESCO-Programme. „UNESCO Global Geoparks sind aus Initiativen der Menschen vor Ort entstanden. Dieser Bottom-up-Ansatz und die starke internationale Vernetzung machen sie zu einem weltweit einzigartigen UNESCO-Programm.“ Im Unterschied zu anderen UNESCO-Kategorien sind sie nicht mit Landesinstitutionen verbunden. Bei den Geoparks stehen besonders die regionale Initiative und die internationale Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Von ihrer Wertigkeit sind die Geoparks den Biosphärengebieten und dem UNESCO-Welterbe gleichzusetzen.

Entwicklung aus der Region heraus

Nickolas Zouros, Generalsekretär des Executive Board des Global Geoparks Network, hob die starke regionale Verankerung der Geoparks hervor. „UNESCO Global Geoparks entstehen aus der Region für die Region – getragen von Kommunen, Landkreisen und vielen engagierten Menschen vor Ort.“ Geoparks besitzen keinen eigenen Schutzstatus, sondern fördern durch Bildung und Wissensvermittlung einen verantwortungsvollen Umgang mit Landschaft und geologischem Erbe.

Geoparks als Motor nachhaltiger Regionalentwicklung

UNESCO Global Geoparks verbinden den Schutz und die Vermittlung des geologischen Erbes mit Bildung, nachhaltigem Tourismus und regionaler Wertschöpfung. Sie zeigen, wie natürliche Besonderheiten einer Region zum Ausgangspunkt für nachhaltige Entwicklung werden können. Durch die enge Einbindung lokaler Akteurinnen und Akteure sowie Bildungsangebote und Besucherlenkung tragen Geoparks dazu bei, globale Nachhaltigkeitsziele in konkrete regionale Maßnahmen zu übersetzen und langfristige Perspektiven für ihre Regionen zu schaffen.

Der Austausch im Deutschen Bundestag unterstreicht die wachsende Bedeutung der UNESCO Global Geoparks als Partner für nachhaltigen Tourismus, Bildung und internationale Zusammenarbeit.

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    Gruppenbild im Paul-Löbe-Haus in Berlin: Vertreterinnen und Vertreter der UNESCO Global Geoparks mit Bundestagsabgeordneten im Paul-Löbe-Haus, dem Sitz der Bundestagsausschüsse im Spreebogen. Das Gebäude ist Teil des „Bandes des Bundes“, das Kanzleramt, Paul-Löbe-Haus und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus über die Spree hinweg verbindet.
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    Diskussionsrunde zur Bedeutung der UNESCO Geoparks für einen nachhaltigen Tourismus. Von rechts: Jutta Weber (Sprecherin der deutschen UNESCO Global Geoparks), Gastgeber Christoph Schmid MdB (Ausschuss für Tourismus), Artur Sá (Präsident des Global Geopark Netzwerkes), Nicholas Zouros (Generalsekretär des Executive Boards der UGGPs)
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    Internationale Gäste aus den UNESCO Geoparks folgten der Einladung von Christoph Schmid MdB (3.v.r.)zu einem Rundgang durch den Bundestag.