Ballendorfer Sandgrube

Als die Schwäbische Alb Küste war

Die ehemalige Sandgrube bei Ballendorf führt mit einem außergewöhnlichen Profil zurück in die Zeit vor 18 Millionen Jahren, als die südliche Schwäbische Alb von einem subtropischen Urzeitmeer – dem Molassemeer – überflutet wurde.

Die hellen Kalksteine der Schwäbischen Alb entstanden in einem tropischen Meer der Jurazeit, also zur Zeit der Dinosaurier. Danach blieb die Alb über 120 Millionen Jahre Festland. Erst in der Mitte des Tertiärs kehrte das Meer zurück: Durch die Auffaltung der Alpen entstand südlich der Alb das Molassebecken, eine breite und flache Senke, die vor rund 20 Millionen Jahren von einem Meer überflutet wurde. Vor etwa 18 Millionen Jahren erreichte dieses Molassemeer die Sandgrube Ballendorf und überflutete den Jurakalk, der noch heute am Boden der Sandgrube zu sehen ist. Im flachen Wasser siedelten sich Austernbänke und Bohrmuscheln an. Letztere hinterließen zahlreiche runde Bohrlöcher im Fels.

Mit weiter steigendem Meeresspiegel wurden grobe Sande abgelagert, die im unteren Bereich des Profils sichtbar sind. Feiner Kies und Schalenbruchstücke zeugen von starker Wasserbewegung und geringer Wassertiefe. Nach oben hin wird der Sand zunehmend feiner, während Muschelschalen seltener werden – ein Hinweis auf die fortschreitende Vertiefung des Meeres und die Verlagerung der Küstenlinie nach Norden.

Als das Molassemeer seine größte Ausdehnung erreichte, verlief rund drei Kilometer nördlich von Ballendorf eine felsige Steilküste. Diese sogenannte Klifflinie entstand durch den Wellenschlag des Meeres und ist noch heute entlang der Alb als langgestreckte Hügelkette erkennbar. Besonders gut lässt sie sich vom Parkplatz neben der Sandgrube aus beobachten.

Tipp: In Heldenfingen und Altheim können die von Bohrmuscheln durchlöcherten Felsen der ehemaligen Steilküste besichtigt werden.

  • Titel Geopoint Ballendorf
    Fels aus Weißjurakalk mit Bohrmuschellöchern an der Ballendorfer Sandgrube
  • Infotafel
    Infotafel am Geopoint
  • Ausbreitung Molassemeer
    Ausbreitung des Molassemeers
  • Klifflinie bei Altheim
    Als Geländestufe sichtbarer Verlauf der Klifflinie des Molassemeers bei Altheim
  • Profil der Grobsande
    Im Profil sichtbar: abgelagerte Grobsande aus dem Molassemeer

Adresse

Geopoint Ballendorfer Sandgrube
89177 Ballendorf
(Alb-Donau-Kreis)