Der schwäbische Reichtum an Erdgeschichte ist umwerfend und weltweit bekannt. Wer sich auf die faszinierende Welt zu seinen Füßen einstimmen lässt, der versteht: Gestein, Landschaft und die Kultur der Menschheit sind untrennbar miteinander verbunden.

Höhlenwelt

Eine Höhle muss man mit allen Sinnen erleben. Ihre magische Ruhe erdet. Tropfsteine wachsen in einem Tempo, das in Jahrtausenden gemessen wird. Nur das gleichmäßige Tröpfeln von Wasser oder das Schwirren einer Fledermaus untermalen die Stille. Das Leben tief unter der Erde ist eingebettet in den gelassenen Fluss der Zeit. Ein Kontrastprogramm zur hektischen Welt an der Oberfläche.

Dazu laden die Schauhöhlen im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb ein.

Die Schwäbische Alb hat einen unglaublichen Höhlenreichtum. Jede Höhle erzählt ihre eigene Geschichte und lehrt uns Demut vor den Wundern der Erde. Die Menschheit ist gerade dabei, die Geheimnisse dieser sagenhaften Unterwelt zu erforschen. Wohin führen die Höhlenlabyrinthe? Was verraten uns die unterirdischen Klima-Archive?

Faszination Fossilien

Wer zum ersten Mal ein 200 Millionen Jahre altes versteinertes Tier berührt, verspürt Ehrfurcht vor diesem Boten der Urzeit. Darin liegt wohl die Faszination der Fossilien, die so typisch für die Schwäbische Alb sind. Am bekanntesten ist der Ammonit, der sich auch im Geopark-Logo wiederfindet.

Weite Teile Europas waren für lange Zeit überflutet. Es herrschten tropische Temperaturen. In diesem Jurameer tummelten sich nicht nur unzählige Ammoniten, die ausgestorbenen Verwandten der Tintenfische. Auch räuberische Fischsaurier, Krokodile, filigrane Korallen, Schwämme und wogende Seelilien bevölkerten die schwäbische Südsee. Irgendwann wurden sie zu Stein und erzählen uns als Fossilien noch heute vom damaligen Leben.

Wie durch ein Schlüsselloch erhaschen wir einen kostbaren Blick auf die Erdgeschichte. Wir erahnen die prächtige Unterwasserwelt, können sie studieren und für die Zukunft lernen. Deshalb sind die Fossilien der Schwäbischen Alb für die weltweiten Geowissenschaften von unschätzbarem Wert und absolut schützenswert.

In diversen Museen und Infostellen im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb kann man Fossilien entdecken und bewundern. Neugierig geworden?

Eiszeit-Erbe

Die Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb ist eine Weltsensation. Allein der Begriff klingt surreal und beschreibt ein Mysterium: In den Höhlen der Alb fand man die ersten figürlichen Kunstwerke und frühesten Musikinstrumente der Menschheit. Warum schnitzte der Mensch hier erstmals Kunstobjekte aus Mammutelfenbein und Knochen? Inmitten der letzten, lebensfeindlichen Eiszeit auf unserem Planeten?

Archäologen versuchen diese Rätsel der Menschheitsgeschichte zu lösen und finden bei Grabungen neue, spannende Spuren. In den Infostellen, Schauhöhlen und Museen im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb kann man dem faszinierenden Leben der Eiszeitmenschen nachspüren und weltberühmte Originalfunde bestaunen.

geopark entdecken eiszeit

Steingeschichten

Gestein formt die Landschaft und überdauert Zeitalter. Es hat uns unendlich viel zu erzählen. Kalkstein ist das typische Gestein der Schwäbischen Alb und formte die wunderbare Karstlandschaft. Der ewige Kreislauf von Regen und Kalklösung ließ die Höhlen zu unseren Füßen entstehen, aber auch die typischen Dolinen im Landschaftsbild. Die türkisfarbenen Quelltöpfe und bizarren Wasserfälle sind ebenso Ergebnisse dieses Prozesses.

Seit Urzeiten ist Gestein auch ein Rohmaterial, das sich Menschen zunutze machen. In der Eiszeit wurde Feuersteine gesammelt, im Mittelalter wurden Bohnerze abgebaut und heute nutzen wir den Kalk der Schwäbischen Alb im Zement.

Mit dem Blick fürs Detail beginnt das Verstehen: Gestein, Landschaft und Geschichte und Kultur der Menschheit sind untrennbar miteinander verbunden. Viele Steingeschichten warten darauf, entdeckt zu werden. Also Augen auf beim Wandern im wunderschönen UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb.

Vulkane und Meteore

Wo gegenwärtig friedlich Schafherden grasen, erschütterten vor Jahrmillionen gewaltige Wasserdampfexplosionen die Erde. Heute sind die Vulkanschlote als kegelförmige Berge oder Maare lieblich anzuschauen. Sie bleiben eine stumme Erinnerung an den Vulkanismus auf der Alb.

Im gleichen Zeitalter fanden zwei Meteoriten ihren Weg auf das Gebiet der heutigen Alb und schlugen mit einer Gewalt ein, die man sich kaum vorzustellen vermag. Gestein verdampfte und schmolz in Sekundenschnelle.

Kilometerweit wurde das Leben ausgelöscht. Nach einiger Zeit eroberte die Tier- und Pflanzenwelt ihr Terrain zurück. Ihre einzigartige Vielfalt können wir beispielsweise in den Schneckensanden des Steinheimer Beckens erahnen.

Ob Gruß aus dem All oder Botschaft aus dem Erdinnern – Naturkatastrophen gehören zum Lebenszyklus der Erde und damit zur Geschichte der Menschheit. Unsere Infostellen und unsere Reise in die Erdgeschichte entlang von Geopoints erzählen davon.