UGGps und die Agenda 2030

Die UNESCO – die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur – hat im Jahr 2015 das UNESCO Global Geoparks Programm begründet. UNESCO Global Geoparks (UGGps) sind dabei als Modellregionen für Nachhaltige Entwicklung zu verstehen, die durch Bildung, Schutz und Kommunikation dazu beitragen sollen, dass in ihrem Gebiet nachhaltige Regionalentwicklung erfolgt. Die Agenda 2030 bietet dabei Orientierung und die einzelnen SDGs konkretere Themen, die in den jeweiligen UGGps aufgegriffen werden können.

Damit eine Region als UNESCO Global Geopark (UGGp) ausgezeichnet werden kann, muss sie ein international bedeutsames geologisches Erbe aufweisen und benötigt ein ganzheitliches Managementkonzept, das Schutz, Bildung und nachhaltige Entwicklung beinhalten muss. Die Schwäbische Alb ist, was das geologische Erbe angeht, ein UGGp der Superlative. Hier findet man zwei Referenzlokalitäten der internationalen Juraklassifikation. Sowohl das Aalenium als auch das Pliensbachium haben ihren Namen von zwei Orten auf der Schwäbischen Alb, an denen man diese geologische Einheit erstmals beschrieben hat und die international bekannt sind. Zudem ist die Schwäbische Alb auch ein spannendes Karstgebiet mit den Karstphänomenen Höhlen, Dolinen, Trockentälern, Schlucklöchern und Karstquellen. Vor rund 17 Millionen Jahren – während des Zeitalters des Miozäns – gab es im Gebiet des heutigen UGGp Schwäbische Alb sogar vulkanische Aktivität. Diese Zeugnisse sind heute noch landschaftsprägend und im Geopark hautnah zu erleben. Ebenfalls während des Miozäns gab es zwei Meteoriteneinschläge in Südwestdeutschland. Diese hinterließen ihre Spuren in Form des Nördlinger Ries und des Steinheimer Beckens, letzterer befindet sich im Gebiet des UGGp Schwäbische Alb. Die geologische Bedeutung der Schwäbischen Alb ist also unbestritten.

Allerdings muss ein UGGp auch Bildung, Schutz und nachhaltige Entwicklung betreiben. Hierbei soll das geologische Erbe in Verbindung mit dem Natur- und Kulturerbe genutzt werden, um ein Verständnis für die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu schaffen. Kernthemen sind die nachhaltige Ressourcennutzung, der Klimaschutz und die Reduktion von Geo-Risiken. Gleichzeitig sollen durch die Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsstelle eines UGGp und der lokalen Bevölkerung in Form des sogenannten Bottom-up-Ansatzes aus der Region heraus Ansätze für eine nachhaltige Regionalentwicklung erarbeitet und umgesetzt werden. Hierbei geht es darum, lokale Gemeinden und Bevölkerungsgruppen zu stärken und eine Identifikation mit der Region zu fördern.

Und auch wenn UGGps ein geologisches Erbe von internationaler Bedeutung aufweisen müssen, so geht es in einem UGGp darum, die Verlinkungen zwischen dem geologischen Erbe und allen anderen Aspekten des natürlichen, kulturellen und immateriellen Erbes zu erforschen, zu entwickeln und zu feiern. Die Menschheit soll dabei wieder mit unserem Planten verbunden werden und wertschätzen, wie der Planet Erde mit seiner 4,6 Milliarden alten Geschichte jeden Aspekt unseres Lebens und unserer Gesellschaften prägt.

Da sich UGGps mit den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit beschäftigen und Modellregionen für nachhaltige Entwicklung werden sollen, bietet die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen eine Orientierung für die UGGps. Die Herausforderungen des Klimawandels werden beispielsweise in SDG 13 thematisiert und hängen eng mit weiteren SDGs zusammen, z.B. mit den SDGs 6, 14 und 15.

So bietet die Agenda 2030 einen Bezugsrahmen für die UGGps und kann genutzt werden, um die internationale Zusammenarbeit aller UGGps zu gestalten. Mehr zu den Netzwerken, in denen sich die Geoparks bewegen, sind in der Rubrik „In bester Gesellschaft“ zu finden.

Impressionen

  • UGGPsandSDGs Sandra Teuber
    UGGps und die Agenda 2030