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Raffinierte Eiszeitjäger im Geopark

Der Fund des Jahres 2020 aus der Welterbe-Höhle Hohle Fels wurde letzte Woche im URMU vorgestellt. Es handelt sich um die hervorragend erhaltene, blattförmig bearbeitete Hornstein-Spitze einer Stoßlanze. Der Fund belegt: Schon die Neandertaler auf der Schwäbischen Alb jagten mit komplex hergestellten Waffen Großwild wie Rentiere oder Wildpferde!

„Es ist die erste Blattspitze, die auf der Schwäbischen Alb mit modernen Methoden ausgegraben und mit modernsten Mitteln analysiert wurde", sagt Professor Nicholas Conard (Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen) über die außergewöhnlich fein gearbeitete Blattspitze aus grauem Jurahornstein. Zuletzt wurden ähnliche Funde 1936 in der Region geborgen. „Das ist ein neuer Schritt für die Neandertaler-Forschungsgeschichte und belegt, wie der Neandertaler diese Jagdwaffen herstellte und benutzte." Die Blattspitze ist 7,6 Zentimeter lang, 4,1 Zentimeter breit, 0,9 Zentimeter dick und 28 Gramm schwer.

Das Artefakt wird bis Anfang Januar 2022 im URMU, unserer Infostelle, als Fund des Jahres ausgestellt.

Mehr Infos auf www.weltkultursprung.de / www.urmu.de

 

Foto: Universität Tübingen