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Premiere im Landkreis Tübingen

Am 9. Juni 2021 hat der UNESCO-Geopark Schwäbische Alb in Dußlingen die siebte Geopark-Schule eingeweiht. Das Karl-von-Frisch-Gymnasium darf sich nun Geopark-Schule nennen. Eine Premiere, die gefeiert wurde.

Von Marie von Ebner-Eschenbach stammt das Zitat: „Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht". Der geflügelte Satz bringt das Engagement des UNESCO-Geoparks Alb für nachhaltige Bildungsthemen auf den Punkt. Es geht nicht nur darum, junge Menschen für den Naturraum und die Geologie der schwäbischen Heimat zu begeistern. Als logische Konsequenz setzt sich der Geopark für den Schutz dieses wertvollen Erbes ein. Ulrich Ruckh (Geopark-Vorsitzender) wandte sich bei der Ernennungsfeier an die Schülerinnen und Schüler. „Es geht um eure Zukunft und unseren Planeten. Habt Freude daran, Fragen zu stellen und Zusammenhänge zu hinterfragen. Mit eurer Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, können wir die drängenden Herausforderungen dieser Zeit lösen".

Das Karl-von-Frisch-Gymnasium hat die Auszeichnung durch den Geopark mehr als verdient. Es liegt nicht nur wunderschön im Grünen. Das Herz der Schule schlägt für die Natur. Das machten Karsten Rechentin (Schulleiter Karl-von-Frisch-Gymnasium) und Matthias Friederichs (stellvertretender Schulleiter) in ihren Ansprachen deutlich. Die Schule hat ein Natur-Lehrpfad auf dem Schulgelände, eine schuleigene Streuobstwiese und ein Biotop, Fledermauskästen, Hochbeete, die Salat für die Schulküche liefern, Energie- und Entsorgungsmanager in den Klassen, das Höhlenprojekt „Höhle, Steinzeit, Karst", ein Oberstufen-Geologie-Kurs, eine Bienen-AG - um nur einige Projekte des weitreichenden und langjährigen Engagements zu nennen. Dieser Einsatz soll nun durch spannende Bildungskooperationen im Rahmen der neuen Partnerschaft mit dem Geopark ausgebaut und akzentuiert werden.

Joachim Walter (Landrat im Landkreis Tübingen) freute sich über die erste Geopark-Schule im Landkreis: „Ich finde es hervorragend, hier eine Premiere zu erleben. Sie haben mit der Geopark-Schule einen Meilenstein für die Bildung gesetzt". Egon Betz (Sprecher des Schulträgers und Bürgermeister Nehren) erklärte: „Geologie hat auch eine politische Dimension. Es ist wichtig, dass wir diese gesellschaftlichen Zusammenhänge aufzeigen." Er erinnerte an den Ölschiefer-Abbau auf dem heutigen Schulgelände, dem während des NS-Regimes 3.500 Zwangsarbeiter zum Opfer fielen.

Foto (von links): Ulrich Ruckh, Egon Betz, Michael Weihing (Elternbeiratsvorsitzender Karl-von-Frisch-Gymnasium), Karsten Rechentin, Matthias Friederichs, Joachim Walter