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Erratischer Block Laiz

Nahe des Premium-Wanderwegs liegt ein nur auf den ersten Blick unscheinbarer Stein am Wegesrand. Bei näherem Hinsehen erkennt man: Dieser Gesteinblock sieht so ganz anders aus, als die Kalksteine, die man sonst von der Alb kennt. Er gibt Rästel auf. Die verwitterte Oberfläche ist dunkel, unregelmäßig gefärbt und seltsam streifig. Geologen nennen solch ein Gestein "Paragneis", ein Umwandlungsgestein (Metamorphit). Es entsteht unter hohem Druck und Temperaturen und bildet sich nur, wenn Sedimentgestein in größere Tiefen versenkt wird. Das geschieht z.B. bei umfassenden Gebirgsbildungsprozessen wie der Alpenbildung.

Die Gesteine der Schwäbischen Alb wurde im Laufe der Zeit gehoben und ein wenig nach Südosten gekippt, jedoch nicht gefaltet und in die Tiefe versenkt. Deshalb kann dieses Gestein nicht von der Schwäbischen Alb stammen. Es ist ein sogenannter Erratischer Block (von lat. errare „umherirren, umherstreifen), ein ortsfremdes Gestein das auf natürlichem Weg hierher kam.

Aber woher stammt der Block und wie kam er an diesen Ort? Als natürliche Ursache gibt es nur eine Erklärung: durch einen Gletscher. Das sich in der Kaltzeit ausbreitende Eis hat diesen Felsbrocken in den Alpen umschlossen und den ganzen weiten Weg bis in die Gegend um Sigmaringen gebracht. Als sich der Rheingletscher wieder zurückzog und das Eis schmolz, hat er ihn behutsam abgelegt. Seit über 300 000 Jahren liegt er nun schon dort und zeigt heute noch an, wie weit sich das Eisschild des Rheingletschers bis auf die Schwäbische Alb erstreckt hat.
Erratische Blöcke, die durch Gletscher transportiert wurden, nennt man "Findlinge".

Solche seltenen Funde sind Botschafter aus der Vergangenheit. Sie erzählen dem, der ihre Bedeutung kennt, die Landschaftsgeschichte der Schwäbischen Alb. Genau aus diesem Grund wurde dieser auf den ersten Blick unscheinbare Felsbrocken vom LGRB zum schutzwürdigen Geotop erklärt. Und deshalb hat er es auch zurecht verdient, der zweite Geopoint im Landkreis Sigmaringen zu werden. 


  der Erratische Block Laiz
  ist Geopoint seit 2020

 

 

 

Karte zur Ausbreitung
des Rheingletschers hier

Anmerkung: die maximale Gletscherausbreitung GRG, wird in eine weniger bekannte frühere Vereisungsphase (Hosskirch,vor ca 350 000 Jahre) gestellt und aktuell nichtmehr zur Riss-Kaltzeit gerechnet.