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Alles im Fluss - Ursprung des Weissen Kochers wurde ausgezeichnet

Das Flusstal des Weißen Kochers ist ein magischer Ort. Das spürt jeder, der das geologische Kleinod bei Unterkochen besucht. Moosüberzogene, mächtige Bäume stehen schützend an steilen Hängen, Wasser plätschert und sprudelt munter über mächtige Steine und schäumt weiß auf – daher der Name des Flusses. Selbst Feuersalamander sind hier zu finden und Ringelnattern kreuzen den Weg.

Aber nicht nur die landschaftliche Schönheit und das außergewöhnliche Mikroklima dieses schützenswerten Geotops stand bei der gestrigen Geopoint-Einweihung im Mittelpunkt. Mit der Auszeichnung machte der Geopark auf die faszinierenden geologischen Prozesse aufmerksam, die hier zu beobachten sind. Nach ausgiebigen Regenfällen werden Boden und Gestein aus dem Berg gerissen und abtransportiert. Diese Erosion im Zeitraffer führt zu einer ständigen Veränderung des Tals, das den größten Quellbereich am nördlichen Rand der Schwäbischen Alb darstellt. Innerhalb einer geologisch gesehen kurzen Zeit schneidet sich der Fluss so immer tiefer durch das Karstgestein in Richtung seiner Quelle ein (Geologischer Fachbegriff: Rückschreitende Erosion). „Alles ist im Fluss! Geologie ist kein abgeschlossener Prozess, sondern formt unsere Gegenwart und Zukunft", erläuterte Dr. Siegfried Roth (Geopark-Geschäftsführer) bei der feierlichen Einweihung.

Siegfried Roth enthüllte gemeinsam mit Klaus Pavel (Landrat Ostalbkreis und stellvertretender Geopark-Vorsitzender), Thilo Rentschler (Oberbürgermeister der Stadt Aalen) und Heidemarie Matzik (Ortsvorsteherin Unterkochen) die Infotafel. Thilo Rentschler sprach in seiner Begrüßungsrede von einem Tag der Freude: „Neben den zwei Geopark-Infostellen haben wir jetzt auch unseren ersten Geopoint". Klaus Pavel lobte insbesondere die internationale Ausrichtung des Geopoint-Netzwerkes: „Mit der zweisprachigen Infotafel werden auch unsere ausländischen Gäste über diesen besonderen Ort informiert". Heidemarie Matzig ergänzte: „Wenn man das Besondere vor der Haustür nicht erkennt, kann man es nicht wertschätzen und dafür Verantwortung übernehmen."

Ulrich Sauerborn (Vertreter der Geologengruppe Ostalb e.V. und Leiter Urweltmuseum Aalen) gab Erläuterungen zu Geologie, Flora und Fauna. Er unterstützte den Geopark bei der Realisierung des Geopoints. Die Geologengruppe Ostalb e.V. finanzierte das Schild. Herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben.

Info-Trailer SWR-Aktuell vom 17.06.2020