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Quartär - Von Eiszeitjägern und frühen Künstlern

Schwer atmend kehren die Eiszeitjäger heim. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Sie haben große Beute gemacht. Teile mehrerer Mammuts tragen sie in ihrem Gepäck. Entsprechend groß ist die Freude bei den zurückgebliebenen Stammesangehörigen. Sie bereiten ihren Jägern einen stürmischen Empfang. Diese Szene könnte sich vor ca. 30.000 Jahren, also mitten in der letzten Eiszeit, im Gebiet der Schwäbischen Alb abgespielt haben.

Seit über 2 Millionen Jahren, also seit dem Beginn des Quartärs, hatten sich Eis- mit Warmzeiten in einem fast schon regelmäßigen Rhythmus abgewechselt. Ein neues Lebewesen war auf der Alb erschienen, von dem man noch viel hören sollte: der Mensch. Insbesondere seine Hinterlassenschaften aus der letzten Eiszeit wurden und werden noch heute auf der Alb gefunden. Mit ihren Höhlen verfügt sie über einzigartige Archive der Kulturgeschichte. Weltbedeutende Funde wurden in den Höhlen im Achtal und im Lonetal entdeckt - die ältesten Kunstwerke der Menschheit! Aus Mammutelfenbein und Tierknochen schufen die frühen Steinzeitmenschen Figuren und Instrumente. Ja, denn sie machten auf geschnitzten Flöten sogar Musik!

Landschaft, Pflanzen- und Tierwelt waren damals vollkommen anders als heute: Eine endlose Tundra erstreckte sich bis fast zum Horizont. Kaum vorstellbar, dass in den heutigen „Trockentälern“ damals sehr viel Wasser floss, denn die Albbäche konnten aufgrund des dauerhaft gefrorenen Bodens nicht in den Karstuntergrund versickern. Nur Überlebenskünstler wie Flechten und Gräser sowie zwergwüchsige Sträucher und Bäumchen überlebten die eiskalten Winter. Einige wenige dieser Pfl anzenarten konnten die Jahrtausende hindurch bis heute an einzelnen, seltenen Alb-Standorten überdauern. Inzwischen längst ausgestorbene und auch heute noch existierende Tierarten wie Mammut, Wollnashorn, Bison, Wildpferd und Rentier lebten damals auf der Alb und wurden intensiv vom Menschen gejagt: Am Petersfels bei Engen wurden Knochenfunden zufolge Tausende von Rentieren in eine Talengstelle gehetzt und erlegt! Und vielleicht war es der Neandertaler, der das Albmurmeltier seinerzeit ausrottete. Möglicherweise gerieten die Steinzeitmenschen auch gelegentlich mit einem der mächtigen Höhlenbären aneinander, ganz wie es Weinland in seinem „Rulaman“- Roman so spannend beschrieben hat. In der Bärenhöhle bei Erpfingen fand man teilweise „eingekalkte“ Knochenreste von Hunderten dieser riesigen Tiere.

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