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Donnersteine, Teufelsfinger und Votivbilder

Auch in unserer modernen und aufgeklärten Zeit vertrauen viele Menschen ihren Glücksbringern, tragen Amulette, fürchten sich vor Freitag dem Dreizehnten oder hoffen, dass bei einem „Toi-Toi-Toi“ und Klopfen auf Holz nichts schief gehen kann.

Schon aus der Steinzeit sind bearbeitete Steine bekannt, die mit einem Kult verbunden oder mit Bedeutung aufgeladen waren. Höhlenbärenzähne als Anhänger könnten dem Träger Kraft gegeben haben, sie zeigten den Mitmenschen aber auch an, dass hier ein erfolgreicher Jäger vor ihnen stand.

Bis ins 20. Jahrhundert waren im Volksglauben und in der Volksmedizin viele Steine, Versteinerungen, Medaillen, Bildnisse und Naturalien als unheilabwehrende oder auch glücksbringende Amulette oder als Medizin in Gebrauch.

Im Christentum sind Segenssprüche, Devotionalien wie Wallfahrtsmedaillen, Reliquien, Kreuze oder Heiligenbilder Ausdruck vertrauensvoller Frömmigkeit. Mit einem festen Glauben verbunden, halfen sie, von der Geburt bis in den Tod, den Alltag, Not und Krankheit zu bewältigen. Im bayrisch-österreichischen Raum haben sich viele dieser symbolhaften Zeugnisse im Hergottswinkel in der Guten Stube, in Votivbildern in Kirchen und als Amulette an Charivari- und Fraisketten erhalten.

 

Die Ausstellung im Ursulastift Gussenstadt zeigt Steine und Fossilien als Zauber-, Heil- und Amulettsteine aus der Sammlung Anton Hegele, Göppingen. Die Zeugnisse religiöser Volkskunst wie Votivtafeln, Fatschenkinder, Eingerichte, Wachsstöckel, Hinterglasbilder, Segenssprüche, Heiligenbildnisse und Wallfahrtsandenken stammen aus der Sammlung von Jürgen Kettenmann, Göppingen.

 

Ursulastift Gussenstadt

Marktstraße 2

89547 Gerstetten-Gussenstadt


Öffnungszeiten

 

1. Mai – 3. Oktober

 

an Sonn- und Feiertagen von 13.30 – 16.30 Uhr

 

Führungen auf Anfrage

 

Eintritt: 2 € (ermäßigt 1,50 €)